révolté ist nicht fertig, ganz im Gegenteil. révolté ist vielmehr ein politisches Projekt, dass aus Diskussionen hervorgeht, die seit mehr als einem halben Jahr geführt werden und einen ersten Ausdruck in der Veranstaltung „Revolution macht glücklich. Jetzt organisieren!“ im Jänner dieses Jahres gefunden haben. Dabei geht es uns um das Suchen (und Finden?) von Formen politischer Organisierung und Aktion, die der gegenwärtigen Umbruchsphase adäquat sind. Weder Parteiaufbau noch die Beschränkung auf Ein-Punkt-Bewegungen oder traditionelle Bündnisse stellen uns dabei zufrieden. Und: Emanzipation dient uns nicht als Fernziel, sondern ist Maßstab unseres Verständnisses von Organisierung. Jenseits von Dogmatismus und Beliebigkeit wollen wir neue Ansätze kollektiven politischen Handelns entwickeln, uns aber auch auf existierende soziale Bewegungen wie jene in Frankreich beziehen. Wir laden hiermit ausdrücklich dazu ein, auch révolté zu sein!
Treffen
- Nächstes Plenum: siehe hier
Eckpunkte
Die folgenden Eckpunkte sind kein Programm, sondern sollen vielmehr als Grundlage angesehen werden, von der aus ein laufender und unabschliessbarer Diskussionsprozess der Selbstverständigung geführt werden soll:
- Wir streben die Überwindung der Herrschaft des Menschen über den Menschen an. Kapitalismus und Patriarchat, imperialistische Kriege, Rassismus und religiöse Fundamentalismen sehen wir als Haupthindernisse für die Verwirklichung einer herrschaftsfreien gesellschaftlichen Ordnung auf globaler Ebene, in der Differenzen in Freiheit gelebt werden können.
- Die Prekarisierung sämtlicher Arbeits- und Lebenszusammenhänge stellt uns vor besondere Herausforderungen. Wie können wir die Vereinzelung und Kapitalisierung unserer Leben durchbrechen ohne auf vereinheitlichende und disziplinierende Organisationsstrukturen zurückzugreifen? Wie können wir vor dem geschichtlichen Hintergrund gescheiterter Emanzipationsprojekte auf formale Hierarchien verzichten und informelle Hierarchien vermeiden? Kollektives „fragendes Voranschreiten“, verbindliche Absprachen, gegenseitiges Vertrauen, offene Diskussionen und Kritikfähigkeit eröffnen eine andere Perspektive.
- Im Gegensatz zur Orientierung an staatlichen und semi-staatlichen Organisationen ebenso wie zur Form der repräsentativen Demokratie und den Versuchen, mittels Lobbyarbeit Reformen durchzusetzen, zielen unsere Aktivitäten auf autonome Selbstorganisierung, direkte Aktion und die Anerkennung unterschiedlicher Widerstandsformen ab. Theoretische Reflexion steht dazu nicht im Widerspruch, sie ist vielmehr „begleitende Notwendigkeit“, nicht zuletzt hinsichtlich der Unabgeschlossenheit und Unabschließbarkeit emanzipatorischer Prozesse.
- Wir verstehen uns als Teil der sozialen Bewegungen. In einer Koordination vielfältiger Aktionsformen sehen wir die Möglichkeit verstärkter Sichtbarmachung linksradikaler Politik. Gegen Parteiunwesen und Disziplin setzen wir auf lustbetonte Radikalität. Die Verbindung der eigenen Lebens- und Arbeitszusammenhänge mit politischen Aktionsformen soll dabei im Zentrum stehen.
Revolution macht glücklich. Und wie.
gruß
von mir auf jeden Fall auch…